Michaels KolumneKurzgeschichten


Aktuelles

Was ist Bewusstsein ?

Bewusstsein zu erklären ist wohl genauso schwierig wie jemanden erklären zu wollen was Humor ist. Zuerst ist es jedoch ein Wort oder ein Gedanke, obwohl sich weder ein Wort noch ein Gedanke etwas bewusst ist. Bewusstsein ist im Grunde etwas, das nicht gedacht und schon mal gar nicht erweitert werden kann. Bewusstsein kannst Du auch nicht haben, denn es IST einfach.

Vielleicht ist Bewusstsein das, was jetzt diesen Text in Dir laut gesprochen hört, während Du ihn vorliest, also der „Geist“, der in diesem Moment mit der vorgelesenen Information konfrontiert wird ? In dem Wort „Geist“ steckt allerdings wiederum das EI drin, was ALLES und NICHTS bedeutet. Alles und Nichts kann ebenfalls nicht gedacht werden, außer als ein Wort.

Bewusstsein ist also das, was in dieser Gegenwart, in diesem Augenblick, schaut, hört und empfindet. Und Scholli sagt dazu: „Bewusstsein ist reflektierte Wahrnehmung.“ Doch wer reflektiert da und wer nimmt wahr ?

Ich stelle es mir wie ein Kino vor, in dem ein Projektor, worin eine neutrale Weißlichtlampe (Dein eigener Geist?) durch Spektren, "elektromagnetische Wellen" über die Köpfe der Zuschauer auf eine Leinwand wirft, die dann bewegte Bilder reflektiert.

Dabei sind die Projektorlampe, die Leinwand und die Zuschauer jedoch bewegungslos. Nur das Bild ergibt für den Beobachter eine scheinbare Bewegung, als Zeit und Raum, die sich aus den sich ständig wechselnden bunten Licht-Bildpunkten auf der Leinwand ergibt, die Du dann (für) wahr nimmst und bewertest. Wobei es auch vorkommen kann das Du Dich, meist wenn es ordentlich spannend ist, mit einer der Darsteller_innen auf der Leinwand identifizierst (verwechselst).

Doch irgendwann zieht Dich das Bewusstsein wieder zurück ins hier und jetzt und zeigt Dir das Du nur im Kino sitzt und Dir einen mitreißenden Film anschaust. Dir wird dann klar das Du ja gar nicht die Figur in dem Spielfilm bist, sondern der ruhig in dem bequemen Sessel sitzende Betrachter der Leinwand.

Und wenn es das Bewusstsein zulässt wirst Du möglicherweise erkennen das Du noch nicht einmal der Zuschauer im Kino bist, sondern die Weißlichtlampe im Projektor. Und so könnte die Erkenntnis weiter gehen, bis Du dem Bewusstsein direkt begegnest und dann ganz genau weißt WAS Bewusstsein wirklich ist.

So stehle ich mich aus der Beantwortung der Frage "was Bewusstsein ist" heraus und möchte Dich bitten mir Deine Idee dazu zukommen zu lassen ...

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Das ewige Jetzt

Besinnung zu Weihnachten. Völlerei, Geschenke, verordnete Friedlichkeit … und dann … später am Abend, wenn so ziemlich alles gesagt wurde, holt Muttern das alte, in dunkelbraunes Leder gebundene, Familien-Fotoalbum heraus.

Ein dicker Wälzer, bei dem die eingeklebten Fotos noch mit einem halbtransparenten Pergamentpapier für die Ewigkeit geschützt sind, … schlägt es auf, zeigt mit dem Finger auf eines der alten vergilbten schwaz-weiß Fotos und behauptet dabei doch felsenfest: „Gucke mal. Das bist Du am Baggersee ….“, wobei sie mich mit tiefen Blicken anguckt. Du weißt wie eine Mutter gucken kann wenn sie ihren nostalgischen Moment hat ? Die anderen gackerten und freuten sich diebisch über das Opfer …

In mir kam Widerstand auf. Das bin ich nicht ! Ein dickliches, pausbackiges Menschenkind, in selbst gehäkelter Badehose auf halb zwölf (ich vermutete dunkelblaue Wolle) grinste blöde aus dem Foto heraus. „Nein, das bin ich nicht“, erhob ich meinen vergeblichen Protest. Die anderen lachten hämisch …

Muttern behauptete felsenfest das ich das sei, denn sie müsse es ja schließlich wissen. Ich gab mein Veto auf und ließ sie in ihrem Glauben, damit der weihnachtliche Frieden nicht gestört würde …, wobei mich eine zutiefst innere Schadenfreude beschlich, da die anderen ja auch noch dran waren. Wie jedes Jahr ...

Nach viel Gelächter, bei dieser Reise in die Vergangenheit, sprach dann einer der Sippe die Zukunft an, mit der Frage was uns wohl im neuen Jahr so alles begegnen werde. Und ganz abgesehen davon war früher ohnehin alles irgendwie besser …

Die Gespräche wechselten nun von der Vergangenheit zur Zukunft, hin und her, ohne das einer auf die Idee kam das wir uns diese Zeitreisen in diesem Moment, also JETZT, im Grunde nur ausdenken.

Wir kreisen ständig in der Spanne von gestern und morgen. Die Gegenwart, den jetzigen Augenblick, lassen wir dabei völlig außer Acht, obwohl wir nur JETZT an ein imaginäres Gestern oder ein ungenaues Morgen denken oder gar glauben können.

Du kannst nur JETZT diesen Text lesen. JETZT. Und wenn Du Dich morgen an diesen Text erinnern solltest erinnerst Du Dich in einem JETZT daran. Du bist ständig im JETZT und merkst es gar nicht … Ich habe 20 Jahre dafür gebraucht das JETZT zu begreifen …

Wir sind keine Opfer von einer ausgedachten Vergangenheit oder einer nebulösen Zukunft. Der Kraftpunkt liegt immer (im Meer) in dieser permanenten Gegenwart. Im JETZT liegt der Kreuzungspunkt reales Geschehen zu verwirklichen. Du bist der Schöpfer, gemäß Deiner Glaubenssätze die Du denkst …

Ich wünsche Dir somit JETZT
einen gesunden Start ins neue Jahr 2019

und freue mich dieses neue Jahr mit Dir gemeinsam (im JETZT) gestalten zu können … Die Welt wird so sein wie Du sie Dir ausdenkst.

P.S.: Das obige Foto ist übrigens echt (von Michael). Das Angesprochene wollte ich jetzt nicht aus dem Album reißen ...

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Die besinnliche Zeit 2018

Weihnachtliche Stimmung hält Einzug …

Weihnachtsmärkte die, mit Metallpoller und mit Sand befüllten Stahlgitterkörben, umrandet und geschützt sind, geben einem das kuschelig sinnliche Gefühl der weihnachtlichen Geborgenheit und Sicherheit, … in diesen rauhen Zeiten, in denen die Weltbühne komplett umgebaut wird.

Dunkel gekleidetes Sicherheitspersonal patrouilliert zwischen Punsch- und Kunsthandwerkerständen, schwer bewaffnet mit Maschinenpistolen und ernsten Gesichtern, … zu allem bereit, dem medial emporgehobenen Terror die Stirn zu bieten.

Bei weihnachtlicher Beschallung, „Stille Nacht, heilige Nacht“, reichen nette Damen und Herren den Besuchern Broschüren entgegen, in denen dem loyalen Bürger erklärt wird, wie er sich bei einem Terroranschlag zu verhalten hat. Gut aufgeklärt schmeckt der Glühwein doch doppelt so gut … und ein zweiter ist immer angebracht, denn es könnte in jeder Sekunde der letzte sein.

Medial gut vorbereitet und auf alles gefasst, ist man für den Genuss von etwas Besinnlichkeit zu allem bereit … sogar dazu, das eigene Leben zu opfern. Und eigentlich bräuchten die Terroristen bei der diesjährigen Schutzstrategie gar nichts mehr zu tun, nur abwarten, denn du kommst zwar rein aber nicht so leicht wieder raus, weil ja überall Absperrungen herum stehen.

Und wenn dann noch ein bärtiges Gesicht, halb vermummt, „hou hou hou“ rufend, vorbei kommt, kann man förmlich die, unter dem roten Kaftan, versteckten Dynamitstangen riechen. Ab da nutzen die Broschüren wenig, wenn du bei solch einer gemeinen, fiesen Terroristenmentalität unkontrolliert zusammenzuckst und alsbald, wie eine angebrannte Weihnachtsgans, hysterisch herum hüpfst und einen Amoklauf beginnst. Der Ausbruch einer Massenpanik ist da ja geradezu vorprogrammiert.

Ab einem gewissen Punschpegel hinterfragst du ohnehin jeden Menschen innerlich nach seinem terroristischen Hintergrund. Und du kommst alsbald zu dem kompromisslosen Ergebnis … Jeder könnte ein Terrorist sein. Alternativ- und ausnahmslos … Jede/r! Einschließlich dem dritten Geschlecht … „divers“! Vom Terror, gut eingezäunt, umzingelt … Da wäre es doch praktisch wenn jeder Mensch eine Armbinde der jeweiligen Gesinnung trüge.

Also dieses Jahr ist es wieder eine harte Zeit der Besinnung, in der uns die Lichtgestalten der Nachrichtenindustrie, mit greller Illuminierung, den Terror plastisch in Szene setzen, der dann unsere Bürgergehirne in eine zermürbende, kollektive Angststimmung pressen soll.

Harmonie, Eintracht und Verbrüderung herrscht einzig und alleine bei den weltweiten, im Degenerationssattel sitzenden, Presseanstalten, die wie aus einem Rohre, auf wundersame Weise über den ganzen Globus verteilt, „Terror, Bombendrohung und Amoklauf“, penetrant in Endlosschleife, verkünden.

Somit also eine ganz normale Weihnachtsgeschichte, bei der sich der, nur durch Inzucht erhaltende, schwarze Adel genüsslich auf die Schenkel klopft, ohne zu bemerken das er gerade auf der Weltenbühne ausgetauscht oder ganz und gar entfernt wird …

Bei diesem individuellen Gedanken schmeckt mir der Punsch allerdings wieder. Eine unbeschreiblich freudige Gelassenheit durchströmt mich und lässt mich diese schöne Zeit im Jahr genießen. So wünsche ich auch Dir einen schönen 3. Advent ...

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