Der Pestizid-Wahnsinn

ein klares Bild der Lage


Textbeiträge

Glyphosat
Tote Tiere, kranke Menschen

Herbizide mit Nebenwirkungen

Glyphosat wurde 1974 vom Chemiekonzern Monsanto unter der Marke Roundup auf den Markt gebracht. Es ist das weltweit am meisten verkaufte Pestizid, rund 120 verschiedene Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat sind zugelassen. Jährlich werden allein in der Schweiz in der Landwirtschaft und in privaten Gärten 300 Tonnen des Giftes versprüht. In Deutschland dürfte es nicht anders aussehen.

In den letzten Jahren häuften sich die wissenschaftlichen Studien mit Verdacht auf die gesundheitsschädigende Wirkung von Glyphosat für Mensch und Tier, und im Frühjahr 2015 kam die WHO aufgrund von Studien der International Agency for Research on Cancer (IARC) endlich zu dem Schluss, dass Glyphosat «wahrscheinlich krebserregend für den Menschen» ist und stufte es als kanzerogen der Gruppe 2A auf der Skala von 1 bis 5 ein. Doch die Zulassungsbehörden der EU sowie ihre beratenden Gremien ließen sich davon wenig beeindrucken und bezeichnen Glyphosat immer noch als unbedenklich.

In geringen Dosen finden Labore Glyphosat in unseren Gewässern, seit 2010 auch in Proben von Grundwasser und Trinkwasser. In der Hälfte von vierzig Urinproben von Schweizer Frauen und Männern aus städtischen und ländlichen Gebieten wurde Anfang 2015 Glyphosat nachgewiesen; 70 Prozent aller Proben in Deutschland sind belastet.

Die Probanden im Alter von 15 bis 65 Jahren waren entweder Fleischesser oder Vegetarier und ernährten sich nach eigenen Angaben überwiegend von konventionellen Lebensmitteln. Millionen Deutsche nehmen Glyphosat auf – durch den Verzehr von konventionellem Fleisch, Milch, Milchprodukten, Eiern und Brot.

Die konventionell gehaltenen Tiere werden mit »Kraftfutter« aus Gensoja aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und den USA gefüttert. Die Werte schwankten zwischen 0,5 und 2,0 Mikrogramm pro Liter Urin, wobei Konsumierende konventioneller Kost ungefähr dreimal so hohe Werte wie Bio-Essende aufwiesen. Bei letzteren müsste die Giftbelastung eigentlich bei null liegen.

Doch über Feldverwehungen oder Gülle-Einträge ins Grundwasser haben auch diejenigen Menschen Glyphosat-Spuren im Harn, die sich vornehmlich ökologisch ernähren. Wie viel genverändertes Soja jeder Bundesbürger im Durchschnitt jährlich konsumiert, hat der Naturschutzbund (NABU) herausgefunden: Es sind 60 Kilogramm. Studien, wie viel Glyphosat er damit aufnimmt, gibt es nicht.

Seit Jahren warnen Fachleute, Glyphosat könne bei Kindern Missbildungen, bei Erwachsenen Krebs und Fehlgeburten auslösen. In Argentinien erkranken Kinder und Jugendliche, deren Wohnorte an den gespritzten Feldern liegen, dreimal häufiger als anderswo an Krebs, und viermal häufiger kommt es zu Missbildungen von Neugeborenen. Wo Glyphosat mit Flugzeugen gesprüht wird, gibt es missgebildete Kinder. Und wo Gen-Soja verfüttert wird, gibt es missgebildete Ferkel.

Die Mikrobiologin Professor Monica Krüger von der Universität Leipzig stellte außerdem fest, dass das Pestizid Glyphosat gesundheitsfördernde Mikroorganismen schädigt und die Tiere somit besonders anfällig für krankheitserregende Bakterien macht.

In Deutschland sterben ganze Kuhherden, Bauern und ihre Familien erkranken. Chronischer Botulismus trat parallel zum Einsatz von glyphosathaltigem Kraftfutter seit 1996 und verstärkt ab 2005 auf.

Weil Glyphosat die Zusammensetzung des Bodenlebens verändert, können sich dort pathogene Keime schneller ausbreiten. Nach aktuellen Studien aus Leipzig und Übersee hat das über Genfutter aufgenommene Gift im Verdauungssystem von Hühnern, Kühen und wahrscheinlich auch Menschen fatale Folgen: Probiotische Bakterien sterben ab. Clostridien, Salmonellen und andere Krankheitserreger nehmen rasant zu. Weil Glyphosat zudem Darmschleimhäute angreift, werden die Tiere mit den Erregern nicht mehr fertig. Bei Kühen aus konventionellen dänischen Ställen fand das Leipziger Team Glyphosat im Urin und gleichzeitig Mangan- und Kobaltmangel sowie Leber- und Nierenschäden.

Die Leipziger fanden auch heraus, dass chronisch Kranke signifikant höhere Werte des Agrogiftes aufwiesen als gesunde. Möglicherweise führen glyphosatverursachte Mangelerscheinungen auch bei Menschen zu chronischen Krankheiten oder verstärken diese.

Auch früher verwendete Chemikalien wie DDT oder Atrazin haben einst als »harmlos« gegolten. Und dass die Diskussion über die Gesundheitsschäden von Roundup mit einem mal auch von der WHO belegt und im Anschluss daran so offen geführt wurde war ungewöhnlich. Doch die Erklärung ist einfach: Das Nachfolgeprodukt Dicamba ist marktreif.

Der folgende Film zeigt ein klares Bild der Lage und wurde u.a. von ARTE ausgestrahlt. Doch eine Warnung, … diese Realität ist nichts für schwache Nerven !

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Siehe auch:

Prof. Dr. Monika Krüger

Das Umweltgift Glyphosat und Glufosinat, Herbizide mit Nebenwirkungen

< https://youtu.be/3OzdL1EW-vo >

 


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